Stellungnahme
Die Entscheidung derRegierung, eine bestimmte Religion herauszugreifen, sie kategorisch als „schädlich“und„nachteilig“ zu bezeichnen und mit staatlicher Gewaltdagegen vorzugehen,untergräbt die Religionsfreiheit und den in Artikel 20 der Verfassung derRepublik Korea garantiertenGrundsatz der Trennung von Kirche und Staat. DieShincheonji-Kirche Jesu äußert tiefe Besorgnis über dieseeinseitigeRegulierung und den Eingriff des Staates und fordertnachdrücklich eine faireund zurückhaltendeRegierungsführung im Geiste der Verfassung.
Am 12. Januar erwähnte PräsidentJae-Myung Lee währendeines Treffens mit Religionsvertretern eine bestimmteReligionund erklärte: „Der der Gesellschaft zugefügte Schaden wurdezu langeignoriert und hat zu erheblichen Beeinträchtigungengeführt.“ Am 13. Januarbezeichnete Premierminister Min-Seok Kim während einer Kabinettssitzung einebestimmteReligion als „Sekte“ und „Ketzerei“ und ordnete einegemeinsameUntersuchung und einen Ausrottungsplan an. Diese Erklärung, die bereits vorBeginn der Untersuchungerfolgte, erweckt unweigerlich den Eindruck, dassderRegierungschef eine bestimmte Religion alsgesellschaftlich problematischeGruppe abgestempelt hat.
Die Regierung verstößtbei der von ihr angeordnetengemeinsamen Untersuchung eklatant gegen dieVerfassung, indem sie eine bestimmte Religion als „Sekte“, „Häresie“ und„schädliche“Sekte bezeichnet. Wer hat der Regierung das Recht eingeräumt, Religion zudefinieren und zu beurteilen? Worauf stützt sich die höchste Instanz, dierichterlicheUnabhängigkeit durch die Festlegung von Untersuchungsrichtlinienzu untergraben?
Der Maßstab fürOrthodoxie und Häresie sollte allein auf der Bibel basieren, nicht auf derKomplizenschaft mitMachthabern oder politischen Interessen.
Die Geschichte wiederholtsich. Zur Zeit seines erstenKommens wurde Jesus ebenfalls als „Häretiker“gebrandmarktund von etablierten religiösen Führern verfolgt. Doch imLaufe derZeit wurde Jesus zum Zentrum des orthodoxenGlaubens, nicht zum Häretiker. Istes heute gerechtfertigt, religiöse Gruppen aufgrund ihrer Gemeindegröße oderderAussagen einzelner Pastoren als Häretiker zu bezeichnen, anstatt sich aufden Inhalt der Bibel zu stützen? Die Shincheonji-Kirche Jesu hat sich dieserBedenken bewusst und wiederholt vorgeschlagen, öffentlicheBibelprozesseabzuhalten, um Ketzerei festzustellen. Dabei soll die Bibel als Maßstab dienen,nicht Emotionen oder die öffentliche Meinung. Auf diesen Vorschlag gab esjedochkeine angemessene Reaktion.
Die Shincheonji-KircheJesu hat nie behauptet, unfehlbar zusein. Sollten doktrinäre oder soziale Mängelbestehen, bitten wir Sie, uns diese konkret aufzuzeigen. Wir sind bereit, siezukorrigieren, und an dieser Haltung haben wir stets festgehalten. Auf derGrundlage biblischer Lehren haben wiruns bemüht, in der Gesellschaft einvorbildliches Leben zuführen und uns unermüdlich für die Gesellschaft und dasLandeinzusetzen. Wir haben uns bei Naturkatastrophen freiwilligengagiert, anHilfsprojekten für Bedürftige teilgenommen und in Zeiten von Blutknappheit Blutgespendet, um gemeinsamsoziale Not zu lindern. Trotzdem wird immer wiederderabstrakte Begriff „Schaden“ verwendet, ohne dasskonkrete Beweise für einensolchen Schaden vorgelegtwerden.
Zahlreiche Klagen undAnschuldigungen wurden gegenShincheonji eingereicht, doch dieGerichtsverfahren endetenwiederholt mit Freisprüchen. Trotzdem werdenweiterhin neueAnschuldigungen gegen sie erhoben, und sie sind nach wievorGegenstand gesellschaftlicher Kritik. Wir müssen unsfragen, ob die RepublikKorea, ein Rechtsstaat, diese Realitättatsächlich verkörpert: Selbst Fälle, indenen bereitsrechtskräftige Urteile gesprochen wurden, werden für politischeund öffentliche Angriffe missbraucht.
Der Präsident und daspolitische Establishment sollten einePolitik der Einheit für die gesamteNation verfolgen, nicht einePolitik der Sündenbocksuche.
Religion alsInstrument der politischen Krisenbewältigung zu missbrauchen oder sich auf die Mehrheitsmeinungzu stützen, um religiöse Minderheitenunter Druck zu setzen, schadet dernationalen Entwicklung und der Demokratie. Der Präsident muss ein Präsident füralle sein, und der Staat hat die Pflicht, keinen Glauben auszuschließenoder zudiskriminieren.
Wenn heute eine Religionins Visier genommen wird, könntenmorgen eine andere Religion und ihre Anhängerbetroffensein. Die Shincheonji-Kirche Jesu wird nicht schweigen, um die in derVerfassung garantierte Religionsfreiheit zu schützen, und gleichzeitig wollenwir dieses Problem im Rahmen von Recht und Ordnung mit Wahrheit und Glaubenangehen. Die Regierung muss ihre Entscheidungen auf Fakten und Recht stützen,nicht auf emotionale Urteile, und muss sich wieder der Politik für das Volk undder Regierungsführung für die nationale Entwicklung zuwenden.
Als Bürger der Republik Korea hat dieShincheonji-Kirche Jesu aktiv mit den Bemühungen der Regierungzusammengearbeitet, zahlreiche Freiwilligendienstegeleistet und durchBlutspenden eine Vorreiterrolle bei der Rettung von Leben eingenommen. Wiebisher werden wirauch weiterhin unseren Pflichten als Gläubige an Gott undJesus und als Bürger dieses Landes nachkommen.
19. Januar 2026
Alle Mitglieder derShincheonji-Kirche Jesu
